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Weihnachten ist die große Zeit des zuviel*

Weihnachten - oder auch die Zeit des Konsums.

 

Und wieder nährt sich ein Jahr mit großen Schritten dem Ende.

Weihnachten ist vorbei und der Jahreswechsel steht an. Auch dieses Jahr haben wir mit unseren Familien wieder ein ruhiges Weihnachtsfest gehabt.

 

In meiner Familie wichteln wir jetzt immer. Ich finde das Sehr angenehm. Einerseits muss man sich nicht über jeden Gedanken machen, ein Geschenk aussuchen und dann noch tief in die Tasche greifen, sondern man macht es nur für denjenigen den man zieht. Somit kann man sich dieser Person mit den vollen widmen und versucht etwas zu finden, was Ihr Freude bereitet und weicht nicht auf irgendetwas Gedankenloses aus.
Das war wohl erst mal das letzte Weihnachten im kompletten Kreis der Familie in Deutschland. In kürze wagen meine Eltern ein neues großes Abenteuer und wandern nach Panama aus. Ob Sie dann jedes Jahr zu Weihnachten ins kalte Deutschland kommen, bezweifle ich ein wenig.

Da weiß man natürlich die Feiertage gleich mehr zu schätzen.
Ich habe zu Weihnachten genau das bekommen, was ich wollte. Neue Laufschuhe für meine zukünftigen sportlichen Aktivitäten.
Die Kinder meiner Schwester haben ein Berg an Geschenken bekommen und waren dementsprechend aufgedreht. Das Essen war köstlich und mit vollen Bäuchen sind wir gen Heimat gerollt, um am nächsten Tag mit der Familie meines Mannes zu feiern. Dadurch, dass keine Fellmonster mehr mit eingeplant werden müssen, hatten wir diesmal auch keinen Zeitdruck und waren zwei Tage bei seiner Familie. Haben einfach ganz entspannt das Beisammensein genossen und uns miteinander beschäftigt.

 

Ich schenke gern zu Weihnachten und ich bekomme gern Geschenke. Besonders, wenn sie kleine Wünsche erfüllen. Ich zum Beispiel liebe Bücher und meine Wunschliste ist sehr lang. Sie enthält Bücher aus allen Sparten, ob für die Bildung oder die Fantasie, es ist alles dabei. Natürlich sind diese auch nicht immer ganz günstig und somit freue ich mich natürlich über jedes Buch, was ich davon geschenkt bekomme. Für mich ein Dauerbrenner.
Allerdings finde ich den Konsumwahn, der in den Feiertagen Um sich greift, wirklich bedenklich. Wir haben dieses Jahr Weihnachten stark zurückgeschraubt. Wenn ich bedenke, was wir die Jahre davor ausgegeben haben, das sind bestimmt immer um die 1000 Euro gewesen. Das ist einfach viel zu viel.

Dieses Jahr haben wir uns zurückgenommen und weitaus weniger ausgegeben und das, obwohl wir uns zum ersten Mal ein Weihnachtsbaum mit Schmuck geleistet haben. Der ist so schön. Der schönste erste Baum den man sich vorstellen kann.

Auch das Internet wird überschwemmt von Beiträgen zu übermäßigem Konsum und Verzicht darauf, gerade zur Weihnachtszeit.

Natürlich freue ich mich, wenn die Kinder mit Begeisterung die Geschenke aufmachen. Allerdings finde ich, dass man es nicht übertreiben sollte. Ich denke nicht, dass ein Kind alles von seinem Wunschzettel und noch mehr bekommen sollte. So viel, dass es im Endeffekt schon völlig überfordert mit dem Auspacken der Geschenke ist. Ich zweifle an der Notwendigkeit. Die Hälfte der Geschenke würde wahrscheinlich auch reichen. Zumal ich finde, dass da der Gedanke an Weihnachten völlig untergeht und das nur noch ein Fest des Konsums daraus wird.

Ich denke nicht das ich allein mit der Meinung dastehe, allerdings ist es natürlich auch schwer diesem Trend entgegen zu steuern.
Natürlich schenkt man gerne und bekommt man auch gerne etwas geschenkt.

Aber muss das Überhandnehmen?

Wie wirkt sich das auf die Kinder aus?

Auf Ihre Erwartungen in die zukünftigen Weihnachtsfeste und die zukünftigen Geschenke? Zieht man sich dadurch verwöhnte Blagen heran, die alles für selbstverständlich sehen und die teuersten Geschenke fordern?

Wie weit kann man sich da dann noch steigern?

Natürlich muss das keine negative Konsequenz nach sich ziehen, aber es ist möglich. Im Endeffekt ist das jedem Elternteil selber überlassen, jeder findet seinen eigenen Weg.

Trotzdem schwirren mir die einen oder anderen Fragen dazu im Kopf herum.

Vielleicht sehe ich das auch zu kritisch. Ich habe als Kind auch mehrere Geschenke bekommen. Aber trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los, dass es im Allgemeinen immer mehr überhand nimmt.
Geht es euch genauso?

Wie handhabt Ihr die Feiertage und die Geschenksituation?

Natürlich kann man als Außenstehender immer sagen, dass würde ich nicht so machen. Im Endeffekt wird sich das dann zeigen, wenn man selbst einmal Kinder hat. Allerdings widerstrebt es mir, mein Kind mit Geschenken zu überschütten.

Die Lösung meiner Schwiegermama zum Beispiel finde ich gut.

Der Kleine bekommt ein großes Geschenk, wo alle zulegen und maximal noch etwas Kleines. Das begeistert ihn völlig und er beschäftigt sich dann intensiv damit. Für mich klingt das nach einem guten Mittelweg, zwischen gar keine Geschenke und sehr viele Geschenke.

Im Moment mache ich mir viele Gedanken über mein Konsum und Kaufverhalten und überlege immer öfters, ob ich wirklich dieses oder jenes brauche. In der Regel brauche ich es nicht und kaufe es dann auch nicht. In Zukunft werde ich noch mehr darauf achten und mein Kaufverhalten weiter beobachten.

Macht Ihr euch darüber auch Gedanken?

Gerne könnt Ihr mir eure Gedanken dazu schreiben. Auch Lob und Kritik sind gern gesehene Gäste!


Eure Lunatic-Laura

 

 

 

*James Henry Leigh Hunt (1784-1859), engl. Essayist, Dichter und Kritiker

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabrina (Dienstag, 01 Januar 2019 19:00)

    Liebe Laura, da gebe ich dir vollkommen Recht... Es ist von allem zu Viel... Ausser die Zeit... Wir haben uns die Jahre vorgenommen, dass die Erwachsenen sich nichts untereinander zu schenken. So das nur Arthur Geschenke bekommen hat. Ich finde es mittlerweile blöd und werden es nächstes Jahr anders machen. Arthur hat nicht alles von seinem Wunschzettel bekommen. Wir haben ihm natürlich das Weihnachten so erklärt wie es wirklich war und wo der Brauch herkommt. Arthur versteht es auch, dass es auch noch viele andere Kinder gibt. Und da er auch eine Leseratte ist und ich das unterstütze gab es natürlich wieder Bücher... Ich hoffe ihr habt alles gut überstanden... Und wünsche euch für das kommende Jahr alles erdenklich Gute...